Politisch engagierte Schüler sollen nachsitzen
Der
Forderung konservativer Politik nach harten Sanktionen erteilen wir eine
klare Absage. Die vielen Schülerinnen und Schüler haben an
diesem Tag politische Mündigkeit bewiesen, und das verinnerlichte
Grundrecht auf Versammlungsfreiheit nach außen getragen. Diese
Proteste verdienen Respekt, denn es erfordert viel Mut gegen zahllose
Widerstände das Recht auf bessere Bildung einzufordern.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu akzeptieren, dass es für demokratisches Engagement Disziplinar-maßnahmen
gegen Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben soll.
Der Kreisvorstand begrüßt ausdrücklich die bundesweiten Proteste von rund 100.000 überwiegend jungen Menschen für einen radikalen Wandel in den Bildungssystemen der Länder. Diese Protestmärsche sind als klares Signal an die Landesregierung zu verstehen, sich endgültig ihres hochselektiven Ständebildungswesens aus Kaisers Zeiten zu entledigen. Die Mehrgliedrigkeit, das hochverdichtete achtjährige Gymnasium, sowie die frühe Aussonderung in der vierten Klasse nehmen vielen Kindern die Chance auf höhere Bildungsabschlüsse und setzen sie zunehmend mehr Leistungsdruck und zwischenmenschlicher Konkurrenz aus. Marode Schulgebäude mit hohem Investitionsbedarf, Lehrermangel, unproduktive Klassengrößen, großer Druck durch hoch verdichtete Lehrpläne und die extrem starke Selektivität über den sozio-ökonomischen Hintergrund der Kinder sind Ausdruck des großen Reformbedarfs im Bildungswesen Baden-Württembergs. Der Landtag muss dringend den Weg frei machen, für das innovative Konzept der integrativen Gemeinschaftsschule, wie es die vielen Tausend Schülerinnen und Schüler an diesem Mittwoch eingefordert haben. Insbesondere der parteinahe Jugendverband Linksjugend [‘solid] hat maßgeblich zur Gründung des Schüleraktionskomitees in Stuttgart beigetragen und die Proteste organisatorisch vorangetrieben. Zudem sprachen die Landessprecherin der Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg, Tinette Schnatterer, sowie Landessprecher Bernd Riexinger der LINKEN auf der Protestkundgebung zu den Schülerinnen und Schülern.
Kreisvorstand Stuttgart DIE LINKE.