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Kritiker zweiter Startbahn bestätigt

 

Kaum hatte Ministerpräsident Oettinger unter dem Druck der Bevölkerung auf den Fildern das Ende der Pläne für eine zweite Start- und Landebahn am Stuttgarter Flughafen bekannt gegeben, waren die Gegner in ihrer Haltung bestätigt.

Ging die Geschäftsführung der Flughafen GmbH, die Herren Fundel und Schoefer, von dramatisch wachsenden Fluggastzahlen aus, so mussten sie vor Kurzem erst einräumen, dass derzeit die Zahlen rückläufig sind. Ein Schelm der sich Böses dabei denkt. Steigende Kerosinpreise werden das Fliegen deutlich teurer machen. Gerade die Billigfluglinien kommen jetzt schon gewaltig unter wirtschaftlichen Druck und manche müssen schon Flugrouten einstellen. Vielleicht werden die Ausbaubefürworter noch ganz froh darüber sein, dass sich die Gegner der zweiten Start- und Landebahn durchgesetzt haben.

Auch die sogenannte Jobmaschine am Stuttgarter Flughafen wird immer fragwürdiger. Über 7000 Arbeitsplätze soll es dort zwischenzeitlich geben. Es kommt aber immer mehr ans Licht der Öffentlichkeit, dass ein wachsender Teil zu den Billiglohnarbeitsplätzen gehört. Stundenlöhne unter 7,50 Euro, Betriebe ohne Betriebsräte und Tarifvertragsbindung sind gar nicht so selten. Selbst die Flughafen GmbH hat Arbeit in Tochterfirmen ausgegliedert, die nicht tarifgebunden sind, obwohl es sich um einen öffentlichen Betrieb handelt. Anteilseigener sind die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg. Dazu hat DIE LINKE eine klare Haltung. Öffentliche Betriebe dürfen weder ohne Tarifvertrag noch ohne Betriebsrat oder Personalrat sein und sie dürfen auch keine Aufträge an Firmen geben, die Sozial- und Lohndumping betreiben. Wenn Beschäftigte am Flughafen für höhere Löhne streiken, wie kürzlich bei der Lufthansa oder bei der Flughafen GmbH, dann können wir das nur unterstützen.

Bernd Riexinger, Landessprecher



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