Eine Stadt ohne Geschichtsbewusstsein hat keine Zukunft
Hotel Silber als Gedenkort erhalten
Die Pflege einer Erinnerungskultur, die die Öffentlichkeit und vor allem die Jugend informiert und sensibilisiert, ist zentraler Bestandteil der Aufklärung und Abwehr von faschistischen und rassistischen Bestrebungen.
DIE LINKE fordert deshalb – wie viele Bürgerinitiativen -, dass das Hotel Silber als historischer Ort erhalten bleibt und dass die Stadt sich beim Land und beim Investor entschieden hierfür einsetzt. Das Haus kann – positiv störend – in den neuen Gebäudekomplex integriert werden. Wir wollen uns nicht begnügen mit einem Erinnerungskunstwerk oder einer Gedenktafel im Bereich Dorotheenstraße. Stattdessen soll dort ein lebendiger Denk- und Lern-Ort im alten Hotel Silber eingerichtet werden – vergleichbar dem NS-Dokumentationszentrum in Köln. Das Hotel Silber und das daneben liegende Innenministerium sind der authentische Ort für ein Archiv und eine Bibliothek, Arbeits- und Veranstaltungsräume. Hier soll es Ausstellungen, Veranstaltungen und Kunstaktionen geben und Raum sein für Forschungsprojekte zur Täter- und Opferforschung. Ein zusätzliches Anliegen ist uns, die systematische Verfolgung Homosexueller in der NS-Zeit zu dokumentieren. Diese Opfergruppe wird in Baden-Württemberg bislang Todgeschwiegen. Es existiert im gesamten Bundesland keine Gedenkstätte, die Bezug zur Verfolgung Homosexueller herstellt.
2009 jährt sich zum sechzigsten Mal der Beginn der Aktion T4. In unmittelbarer Nachbarschaft des Hotels Silber, im württembergischen Innenministerium, wurde der Mord an Kommunisten, Sozialdemokraten, Juden, Sinti und Roma, Kranken und Behinderten geplant und organisiert. Auch diese Geschichte soll in dem zukünftigen NS-Dokumentationszentrum aufgearbeitet werden.