Stunden entlassen statt Menschen!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in der Finanz- und Wirtschaftskrise haben viele zu Gunsten der Firma verzichtet,
die Belegschaft
hat Milliarden hergegeben! Aber zur Krise kommt jetzt noch der ganz normale
kapitalistische
Wahnsinn dazu: Entlassungsdrohungen, Verlagerungsdrohungen! Dabei ist Daimler
bereits wieder
in der Gewinnzone! 6.000 Arbeitsplätze bei Daimler, 2.000 bei Zulieferern
werden von der Konzernleitung bedroht (diese Zahlen nennt der Betriebsrat)!
Als Bundestagsabgeordneter der Linken aus dem Wahlkreis Böblingen bin
ich entsetzt über die
Kaltschnäuzigkeit der Konzernleitung. Für die Verzichtsbereitschaft
der Belegschaft dankt sie
dadurch, dass sie hier in Sindelfingen einem Teil der Belegschaft den Stuhl
vor die Tür setzt.
Gegenwehr ist notwendig, die Partei DIE LINKE steht solidarisch an Eurer Seite!
Wir unterstützen Euch und alle Eure Maßnahmen, die Ihr mit Hilfe
des Betriebsrates und Eurer
IG Metall zur Sicherung der Arbeitsplätze unternehmt.
Erst jetzt im November hat die IG Metall in Esslingen, Reichenbach/Fils und
Nürtingen mit
mittelständischen Maschinenbauern eine Einigung erzielt, die dieses beinhaltet:
• K E I E E N T L A S S U N G E N ! (780 waren geplant!)
• 28-Stundenwoche mit Teillohnausgleich
• Erhalt aller Ausbildungsplätze (einschließlich der neuen)
und Übernahme aller
• Zwei Prozent der Jüngeren aus der Belegschaft bekommen ein Werksstipendium
zur Weiterbildung
zum Techniker oder Ingenieur.
Die IG Metall konnte sich mit Mittelständlern einigen, die mit größeren
Umsatzeinbrüchen kämpfen
als Daimler. Warum soll sich nicht auch ein Konzern auf solch eine Lösung
einigen können?
Daimler wird langfristig nicht darum herumkommen, ökologischere Produkte
herzustellen. Die
Produktion wird also langfristig umgestellt werden müssen. Aber eine Produktion,
die es nicht
mehr gibt, kann man auch nicht umstellen. Auch deshalb heißt es: Kampf
um jeden Arbeitsplatz.
Wir stehen an Eurer Seite!
Richard Pitterle MdB, DIE LINKE