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kreisverband stuttgart DIE LINKE.

Polizei statuiert Exempel bei Montags-Demo
gegen Stuttgart 21

 

Am Montag, 16.11.09 fand die dritte Montags-Demo am Nordausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofes gegen das geplante Milliardenprojekt S 21 von 18.00 - 18.30 Uhr statt.
Während bei der ersten Demo nur ca. 30 Menschen zugegen war, kamen schon zur zweiten Demo ca. 250 Demonstranten und zur heutigen dritten Veranstaltung gut 300 Teilnehmer, um ihren Unmut gegen diese Verschleuderung von Steuergeldern zu zeigen.

20 Minuten verlief die Aktion friedlich, phantasievolle Protestplakate, selbst gebastelte Laternen mit entsprechender Aufschrift und Fackeln prägten das Bild. Die Polizei war natürlich auch präsent und forderte einzelne Demonstranten auf, Ihre Aktion vom Bahnhofsausgang weg an einen entlegeneren Ort zu verlagern, was die meisten Anwesenden aber gar nicht hörten. Dann erklang eine recht unverständliche Megaphon-Durchsage, mit der diese Aufforderung wiederholt wurde - auch diesmal fand sie wenig Gehör. Die Versammelten blieben, wo sie waren. Plötzlich gab es einen Tumult in der Menge; Polizisten hatten sich eine zierliche Dame ausgesucht, die sie mit rüdem Zugriff zum nahegelegenen Polizeirevier in der Arnulf-Klett-Passage, abführten. Viele der Demonstranten waren angesichts dieses rabiaten Vorgehens erst einmal sprachlos, dann wurden Unmutsäußerungen laut: „Wir wollen Demokratie!“, „Dieses Vorgehen ist beschämend und unverhältnismäßig“. Schließlich setzte sich ein Großteil der Demo-Teilnehmer in Bewegung und versammelte sich vor dem Polizeirevier, um sich solidarisch mit der Demonstrantin zu zeigen, an der offensichtlich ein Exempel statuiert werden sollte.

Die Leute riefen im Chor „rauslassen!, rauslassen!“. Nach einigen Minuten erfolgte dann auch die Freilassung der Abgeführten, worauf der Chor umstellte auf „schämt Euch“ und „wir kommen wieder“.

Da diese Festnahme erst erfolgte, als die Demonstration sich ohnehin schon dem Ende zuneigte, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der Versuch unternommen wurde, die Situation einer gewissen Eskalation zuzuführen, um dann darauf verweisen zu können, dass es sich bei den Protestierenden um renitente Chaoten handelt.

Vonseiten der Polizei wurde gleich zu Beginn klargemacht, dass während ihrer Anwesenheit nicht fotografiert werden darf. Glücklicherweise hielt sich nicht jeder Fotograf an dieses Verbot, so dass einige interessante Bilder entstanden sein dürften.

Liane Krusche

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